Eine Stunde Interview abzutippen dauert Stunden. Online-Dienste sind schnell, aber die Aufnahme verlässt deinen Computer – oft Richtung Server in einem anderen Land. Bei sensiblen Interviews (Quellen, Patientinnen, Studienteilnehmende) ist das ein Problem. Lokal transkribieren umgeht es.
Warum offline einen Unterschied macht
Wenn ein Online-Dienst deine Aufnahme transkribiert, verarbeitet er personenbezogene Daten in deinem Auftrag. Nach der DSGVO braucht das in der Regel einen Auftragsverarbeitungsvertrag (Art. 28) und je nach Anbieter eine Übermittlung in ein Drittland. Läuft die Transkription auf deinem eigenen PC, gibt es in diesem Schritt keinen Dienstleister – die Aufnahme verlässt das Gerät nicht.
Die DSGVO gilt für dich trotzdem: Du bist für die Daten verantwortlich. Das heißt, die Interviewten informieren, eine Rechtsgrundlage haben (oft die Einwilligung), die Dateien sicher speichern und löschen, wenn du sie nicht mehr brauchst.
Das ist kein Rechtsrat. Bei Forschungsprojekten und in Redaktionen klär es mit deiner Datenschutzbeauftragten oder der Ethikkommission.
Schritt für Schritt mit Lautnote
- Gut aufnehmen. Ein ruhiger Raum und ein Mikrofon nah an beiden Personen helfen mehr als jedes Modell. Hol die Einwilligung zu Beginn ein, gleich auf der Aufnahme.
- Eigene Wörter eintragen. Namen, Orte und Fachbegriffe einmal als eigene Wörter eintragen – dann stimmen sie.
- Datei reinziehen. MP3, M4A, WAV und andere; „Genau“ wählen (ohne Grafikkarte „Schnell“). Deutsch, österreichisches und Schweizer Deutsch sowie Englisch erkennt Lautnote selbst.
- Sprecher prüfen. Benennen („Interviewer“, „Frau Berger“), bei Bedarf zusammenführen oder trennen.
- Beim Hören korrigieren. Klick auf ein Wort, um es zu hören; mit 1,5× geht das Prüfen schneller.
- Exportieren. Word (DOCX) mit Sprechern und Zeitstempeln eignet sich zum Zitieren; Markdown oder TXT zur Weiterarbeit.
- Aufräumen. Lösch Aufnahmen, die du nicht mehr brauchst – in der App und in deinen Sicherungen.
Checkliste
- Interviewte Person informiert, Einwilligung festgehalten
- Aufnahme und Transkript nur auf deinem verschlüsselten Gerät (z. B. BitLocker)
- Namen im Transkript pseudonymisiert, wenn du es weitergibst
- Löschdatum notiert
Was Lautnote nicht macht
Lautnote hat keine Cloud und kein Konto, synchronisiert also nicht zwischen Geräten und teilt nichts mit Kolleginnen. Sicherungen liegen bei dir. Und automatische Transkripte sind Entwürfe: Für Zitate hör die Stelle immer noch einmal nach.